" ... Mitreißende Komposition ... "
"Missa Brevissima" findet ... großen Anklang

WESTFALENPOST

Musik schreiben für den Kantorenalltag

12 Jahre meines Lebens habe ich mit großer Begeisterung als Kantor verschiedener katholischer Kirchengemeinden gearbeitet. Damals für mich einer der schönsten Berufe, die ich mir vorstellen konnte: Arbeit mit jungen und alten Menschen, Musik in schillernder Vielfalt, Orgel, Chor, Gesang – ich habe es wirklich geliebt! Leider bekam die Begeisterung mit zunehmender Zeit immer mehr Beulen, die auf der institutionellen Unbeweglichkeit gründeten …

Und als Kirchenmusiker, der ich war, schrieb ich schnell mal eben ein paar Noten auf’s Blatt, um etwas Passendes für den nächsten Gottesdienst parat zu haben. So öfter geschehen in den 1980er Jahren …

Als ich dann neulich meinen Notenschrank aufräumte, fiel mir eine kleine, lateinische Messe für Kinderchor und Orgel in die Hände, die 1991 beim Diözesankinderchortag der Erzdiözese Paderborn aufgeführt wurde – und seitdem nie wieder … Das wollte ich ändern …

Also bat ich meinen Freund Thomas, mein handschriftliches Gekritzel auf dem Computer so zu setzen, dass es jede*r lesen kann – und was macht der Kerl? Zeigt es dem Verlagsleiter von stretta music, einem ambitionierten kleinen Musikverlag in Süddeutschland. Und dem wiederum gefiel das kleine Messlein so gut, dass er beschloss, es zu veröffentlichen. Und nun ist eine neue Tür in meinem Leben offen, von der ich noch nicht genau weiß, wie weit ich durchgehen mag …

Ausgewählte nächste Konzerte

HERMANN HESSE

Was wäre unser Leben ohne Musik?

Es brauchen ja gar nicht Konzerte zu sein. Es genügt in tausend Fällen ein Tippen am Klavier, ein dankbares Pfeifen, Singen oder Summen oder auch nur das stumme Sich-Erinnern an unvergessliche Takte. Wenn man mir, oder jedem halbwegs Musikalischen, etwa die Choräle Bachs, die Arien aus der Zauberflöte und dem Figaro wegnähme, verböte oder gewaltsam aus dem Gedächtnis risse, so wäre das für uns wie der Verlust eines Organs, wie der Verlust eines halben, eines ganzen Sinnes.

Wie oft, wenn nichts mehr helfen will, wenn auch Himmelsblau und Sternennacht uns nimmer erfreuen und kein Buch eines Dichters mehr für uns vorhanden ist, wie oft erscheint da aus Schätzen der Erinnerung ein Lied von Schubert, ein Takt von Mozart, ein Klang aus einer Messe, einer Sonate – wir wissen nicht mehr, wo und wann wir sie gehört – und leuchtet hell und rüttelt uns auf und legt uns Liebeshände auf schmerzliche Wunden … Ach, was wäre unser Leben ohne Musik!